Und das ist nur einer von vielen Gründen, warum gerade reihenweise kerngesunde Betriebe zusperren statt übergeben zu werden.
Die Zahlen sind unbequem: Auf zehn suchende Inhaber kommen vier, die übernehmen wollen. Jeder vierte Betrieb denkt inzwischen über die Schließung nach, nicht wegen roter Zahlen, sondern weil sich schlicht niemand findet.
Das Meiste davon kann kein Inhaber beeinflussen.
Die Jahrgänge, die nachrücken, sind kleiner. Zinsen, Energiekosten und Bürokratie tun ihr Übriges. Und wer mit Ende zwanzig einen sicheren Job bekommen kann, überlegt sich zweimal, ob er sich stattdessen ein ganzes Unternehmen ans Bein bindet.
Das ist keine Bequemlichkeit der Jungen, das ist schlicht gerechnet.
An all dem kannst du als Chef nichts ändern. Nichts.
Aber es gibt einen Faktor, der ganz allein bei dir liegt. Und ausgerechnet der entscheidet oft, ob du überhaupt eine Wahl hast.
Ob dein Laden ohne dich läuft.
Denn selbst wenn sich jemand findet, der könnte und wollte, niemand übernimmt gern einen Betrieb, bei dem Vertrieb, Preise und jede halbwegs wichtige Entscheidung über einen einzigen Schreibtisch laufen. Deinen. Was zwanzig Jahre lang deine größte Stärke war, wird ausgerechnet am Tag der Übergabe zum Risiko.
Das ist das Unangenehme an der ganzen Nachfolgekrise: Für fast alles kannst du nichts. Ausgerechnet der eine Punkt, der am meisten zählt, liegt in deiner Hand.
Und er ist der einzige, an dem du rechtzeitig etwas drehen kannst.
Was meinst du: Ist dein Laden heute übergabefähig, oder hängt noch zu viel an dir persönlich?

